Krankenversicherung - Krankversicherungen in Deutschland, Österreich, Schweiz | Private Krankenversicherung oder Gesetzliche Krankenkasse? | RSS

Hohe Selbstbeteiligung: Billige Lockangebote der Privaten Krankenversicherungen

Oktober 20th, 2008 von krankenversicherung

Aufgrund der Prämienerhöhung bei den Gesetzlichen Krankenkassen auf 15,5% auch infolge des Gesundheitsfonds denken viele ihrer Mitglieder derzeit über die Möglichkeit eines Wechsels zu einer Privaten Krankenversicherung nach. Dabei kann nicht jeder einfach die Gesetzliche Krankenkasse verlassen. Der Personenkreis, der zu einer Privaten Krankenversicherung theoretisch wechseln könnte, sollte jedoch folgende Punkte bei der Entscheidung beachten:

So werben einige Private Krankenversicherungen in ihrer Werbung mit einem monatlichen Tarif, der um die 60 Euro liegt. Bei diesem Beispiel wird jedoch oftmals ein junger Kunde, der keine Vorerkrankungen hat, herangezogen. Wer jedoch schon den dritten Herzinfarkt hinter sich hat, darf nicht mit solch günstigen Lockangeboten rechnen. Aber auch für kerngesunde Versicherungskunden kann sich das Billigangebot einer Privaten Krankenversicherung am Ende als Teuer herausstellen. Denn derartige Preisknüller beinhalten nicht selten hohe Selbstbeteiligungen oder schließen Leistungen für eine Physiotherapie gar von vornherein aus.

Gegen Lebensrisiken wie beispielsweise einen Verkehrsunfall ist man nie hundertprozentig gewappnet. Und wer möchte in so einer Situation mehrere tausend Euro an Selbstbeteiligung bezahlen? Daher sollte man diese Frage vor dem möglichen Wechsel zu einer Privaten Krankenversicherung genau klären. Denn die scheinbare niedrigste Prämie nützt nichts, wenn man vielleicht für eine Behandlung auf der Intensivstation 4000 Euro Selbstbeteiligung an das Krankenhaus abdrücken muss. Diese Ausgaben können nur schwer gegenüber dem Finanzamt als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Zuweilen werden Krankheitskosten von den Steuerbehörden erst anerkannt, wenn sie sieben Prozent des Jahreseinkommens übersteigen. Zudem ist es auch so, dass sich an einer Selbstbeteiligung der Arbeitsgeber in aller Regel nicht beteiligt.

Bei den monatlichen Prämien für die Private Krankenversicherung verhält es sich jedoch schon anders. Wer also wirklich von der Gesetzlichen Krankenkasse zu einer Privaten Krankenversicherung unbedingt wechseln möchte, für den wäre vielleicht eine Versicherung, die Prämienrückzahlungen für den Fall verspricht, wenn bis zum Jahresende kein Versicherungsfall eingetreten ist. Denn hier hat der angestellte Versicherungsnehmer immer die Gewissheit, das sich sein Arbeitgeber mit 50 Prozent an den zu zahlenden Versicherungsprämien beteiligt. Der Kunde geht zwar in Vorleistung, bekommt aber sein Geld teilweise zurück, wenn nichts passiert. Der Vorteil ist, das die tatsächlich gezahlten Versicherungsprämien zu 100% beim Finanzamt geltend gemacht werden können.

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Krankengeld ohne Gesundheitscheck

Oktober 13th, 2008 von krankenversicherung

Ab 2009 wird die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK) ein weiteres attraktives Angebot für freiwillig versicherte Selbstständige und einige andere Berufsgruppen bieten. Für eine monatliche Prämie in Höhe von 21 Euro können sich Selbstständige und bestimmte Berufsgruppen (wie Künstler, Autoren), die beispielsweise 3000 Euro brutto verdienen und 39 Jahre alt sind, mit dem ab Januar 2008 geltenden Tarif DAKpro im Falle des Falles ein Krankengeld von bis zu 70 Euro täglich sichern. Dieses Angebot der Ersatzkrankenkasse DAK kann ohne vorherigen Gesundheitscheck genutzt werden, da Vorerkrankungen – im Gegensatz zu den meisten Privaten Krankenversicherungen – keine Rolle bei der Prämienhöhe spielen. Zudem verspricht die DAK ihren Mitgliedern jährlich einen Monatsbeitrag zurückzuzahlen, wenn kein Schadensfall eingetreten ist. Somit kostet diese Zusatzversicherung nach Rückerstattung einer Versicherungsprämie dem Verbraucher lediglich 231 Euro im Jahr. Wer schon 4 Tage im Jahr krank ist, würde demnach „Gewinn“ machen.

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Schmerzensgeld: Krankenversicherung verweigerte Rücktransport

Oktober 13th, 2008 von krankenversicherung

Das Landgericht München I hat die Rechte von Versicherten gestärkt. Ein Deutscher war in Kalifornien (USA) an hohem Fieber erkrankt. Dennoch verweigerte ihm seine deutsche Krankenversicherung einen medizischen Rücktransport zu organisieren. Obwohl der Mann sogar eine Bescheinigung über seine Transportfähigkeit vorlegen konnte, verweigerte seine Auslandsversicherung ihm den Rücktransport, da es aus ihrer Sicht nicht „medizinisch vertretbar“ sei. Der Versicherungsnehmer war letztendlich somit gezwungen seine Heimreise trotzt hohem Fiebers wie ein „normaler“ Fluggast anzutreten. So musste sich der kranke Mann in seinem angeschlagenen Zustand unzumutbaren Belastungen aussetzen, wie das Landgericht München I in seinem Urteil (Aktenzeichen 6 S 20960/06) feststellte. Für die dadurch erlittenen Schmerzen, die durch einen von der Reise-Krankenversicherung organisierten Rücktransport hätten vermieden werden können, sprach ihm das Gericht ein Schmerzensgeld zu. Allein schon deshalb, weil der Versicherungskunde vor dem Abflug in seinem Zustand lange Zeit in einer Schlange stehen musste und ihm auch kein Rollstuhl angeboten wurde. Bei einem medizinisch bedingten Rücktransport ist ein Rollstuhl oder in ganz schlimmen Fällen eine Liege schon fast obligatorisch.

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Private Krankenversicherung wird ab 2009 teurer

Oktober 12th, 2008 von krankenversicherung

Ab dem kommenden Jahr können Kunden von Privaten Krankenversicherungen unproblematischer ihre Krankenversicherung wechseln. Während eine Rückkehr in die Gesetzliche Krankenversicherung nach wie vor sich etwas kompliziert bis gar nicht gestalten kann, können ab 2009 Versicherungsnehmer ihre Private Krankenversicherung jederzeit bei Wahrung der Kündigungsfrist wechseln, ohne ihre bis dahin bei ihrer Krankenversicherung angesparten Altersrückstellungen zu verlieren. Da die Kunden künftig diese bei einem Wechsel der Versicherung die angesparten Altersrückstellungen zu der neuen privaten Versicherung mitnehmen dürfen, werden sich wohl im neuen Jahr, nach Meinung eines Vorstandsmitglieds der Privaten Krankenversicherung Debeka, Roland Weber, Neukunden von Privaten Krankenversicherungen auf drastische Preiserhöhungen einstellen müssen. Weber vermutet eine Tariferhöhung von bis zu 15 Prozent, wie er gegenüber einer in Berlin erscheinenden Tageszeitung äußerte. Bei der Debeka selbst werden voraussichtlich ab 2009 die private Krankenversicherung für neue Kunden zwischen vier und neun Prozent teurer werden, Beamte, die sich erstmalig im kommenden Jahr privat versichern wollen, kommen bei der Debeka wahrscheinlich sogar mit einer Preiserhöhung zwischen zwei bis drei Prozent davon. Zugleich übte Weber heftige Kritik an den den Privaten Krankenversicherungen vom Gesetzgeber aufgezwungenden sogenannten Basistarif: ,„Für die, die einen privaten Versicherungsschutz wollen, bietet er zu wenig. Für das, was er bietet, ist er zu teuer.“. Der Basistarif soll auf der einen Seite im wesentlichen den Leistungen der Gesetzlichen Krankenkasse entsprechen, auf der anderen sollen die Kunden, die den Basistarif bei einer privaten Krankenversicherung nutzen, nicht mehr Prämie zahlen als bei der Gesetzlichen Krankenkasse.

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Last-Minute-Auslandskrankenversicherung: Policen aus dem Automaten?

Oktober 1st, 2002 von krankenversicherung

Nicht nur in Reisebüros können Krankenversicherungen abgeschlossen werden. Nun kann man sogar Versicherungspolicen am Airport, sozusagen in allerletzter Minute vor dem Abflug, erwerben. Für rund 30% der Reisenden, die sich bei Buchung ihres Auslandsurlaubs keine Gedanken über die Folgen einer plötzlichen Krankheit oder eines unerwarteten Unfalls im Ausland machen, könnte die Last-Minute-Auslandskrankenversicherung quasi als letzte Möglichkeit sich gegen hohe Arztkosten im Ausland zu versichern ein attraktives Angebot sein. Denn die gesetzlichen Krankenkassen kommen in der Regel nur für Arzt- und Heilungskosten im Ausland auf, wenn mit dem jeweiligen Urlaubsland ein Sozialabkommen besteht. Nicht selten erkennen Auslandsreisende erst kurz vor der Abreise, das der Abschluß einer Auslandskrankenversicherung von Vorteil ist.

Dies haben scheinbar seit einiger Zeit verschiedene Reiseversicherer erkannt, indem sie den Kunden neue Wege und Möglichkeiten eröffnen, ihren Trip in die Sonne nicht zu einem Trip ins Ungewisse werden zu lassen. Ihr vorrangiges Anliegen sei es dabei, frischer, lebendiger und kundenorientierter zu werden, erklärt Adrian von Dörnberg von der Europäischen. Nicht immer haben Reiseversicherer den besten Ruf genossen, waren ihre Angebote der Reisekasse doch nicht immer sehr zuträglich und so verzichtete manch einer lieber ganz auf den umfänglichen Schutz gegen alle Eventualitäten.

Dieser Tendenz versuchen die Versicherungsanbieter nun auf zweierlei Weise entgegen zu wirken. Zum einen haben sie ihre Angebote den Bedürfnissen der Urlaubswilligen entsprechend modifiziert, das heißt es gibt nun neben dem Komplettpaket auch abgespeckte Versionen oder gar Einzelpolicen zu erwerben. Zum anderen verstehen sie Kundenfreundlichkeit auch ganz praktisch und gemäß dem Motto des Titels: Zeit ist Geld, nämlich indem sie die Zugänglichkeit zu besagten Versicherungen verbessern. Der Verkauf von Versicherungen an Bord des Fliegers oder am Automaten in der Wartehalle gewährleisten auch dem spätentschlossenen Urlauber eine Absicherung in letzter Minute. Dabei ist es gleichgültig, ob es sich nun um den Schutz der Gesundheit der Reisenden selbst oder das „Wohlergehen“ des Gepäcks handelt – beide sollen unbeschadet den Zielort erreichen und auch wieder verlassen können.

Die veränderte Marktstrategie der Anbieter ist bereits sichtbar. So können Urlauber in München, Paderborn/Lippstadt, Münster und Dresden die elektronischen Policenverkäufer an den Flughäfen bewundern und benutzen, während die lebendigen Vertreter an Bord der Maschinen von Hapag-Lloyd, LTU und Eurowings angetroffen werden können. Was sich nun dort entweder mithilfe des Automaten oder der Flugbegleiter erwerben lässt, sind sogenannte Fly-Safe-Pakete, die in dieser Form an den üblichen Stellen wie z.B. dem Reisebüro nicht erhältlich sind. Sie sind genau zugeschnitten auf diejenigen 30% der Reisenden, die andernfalls keinen oder einen unzureichenden Versicherungsschutz gewählt hätten. Mit einer Last-Minute-Versicherung erhalten sie eine Kombination aus Reisekrankenversicherung, Notfallschutz und Gepäckversicherung, die sie europaweit 15 €, weltweit 25 € kostet. Ist die ganze Familie unterwegs, so belaufen sich die Kosten auf 30 bzw. 50 €. Das ist in der Regel nicht mehr, als man vorher im Reisebüro gezahlt hätte, wenn der Vergleich auch aufgrund der unterschiedlichen Zusammensetzung der Versicherungspakete nicht problemlos ist. Hinsichtlich der Einzelpolicen lässt sich diese These jedenfalls bestätigen. So kostet ein Fly-Safe-Paket mit einer 14-tägigen Gültigkeit im Flieger 10 €, während sich der herkömmliche Erwerb allein einer Krankenversicherung mit Notfallschutz auf einen Preis von 11 € beläuft, wie Andrea Kunze, Vertriebsdirektorin der Hanse Merkur, erörtert. Abgesehen von einem möglichen finanziellen Vorteil für den Käufer trägt natürlich die zeitsparende, moderne Zahlungsweise per EC- oder Kreditkarte zu seiner Entspannung bei.

Letztlich muss angemerkt werden, dass auch bei dieser Idee, wie bei vielen anderen, Theorie und Praxis nicht zwingend deckungsgleich sein müssen. Die bisherige Erfahrung mit den neuen Verkaufsmethoden zeigt Folgendes: Reisende scheinen in der Luft kauffreudiger zu sein als am Boden. Jedenfalls läuft das Geschäft an Bord sowohl für die Europäische als auch für Hanse Merkur zu ihrer Zufriedenheit. Die Automaten hingegen erfreuen sich keiner so großen Beliebtheit und werden häufiger gemieden. Ein Ergebnis, dessen Gründe noch nicht hinreichend geklärt sind.

Unbelastet von diesem Problem ist etwa der Anbieter Elvia mit Sitz in München, der bislang nicht auf die veränderte Geschäftsidee angesprungen ist. Marketingleiterin Annette Sperling präferiert die bewährte Strategie, Reiseversicherungen dort zu verkaufen, wo auch die Reisen gebucht werden – im Reisebüro.

Welche Strategie ein Anbieter nun auch verfolgt, dem Kunden ist es jedenfalls künftig freigestellt, ob er für seine Sicherheit am Boden bleibt oder in die Luft geht.

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